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Die Schweinehälftenträger
Als
wir uns vor etwa zehn Jahren kennen gelernt haben, saß Kowalsky
im Café und ich befürchtete, dass der mürrisch dreinschauende
Mensch der Kunde wäre, mit dem ich mich verabredete hatte. Dem
war nicht so. Aber mein Kunde hatte mich trotzdem versetzt und
ich blickte gehetzt auf die Uhr.
Ich kann heute nicht mehr genau sagen,
wie wir ins Gespräch kamen, aber es endete mit dem Austausch der
Visitenkarten. Auf meiner stand das Übliche, auf seiner nur
»Kurt Kowalsky« und die Telefonnummer. Ähnlich prägnant war sein
Ausdruck, mit dem er die Dinge aus ungewöhnlicher Perspektive
beschrieb und beurteilte. Es war klar, ein meist frohgelaunter
Optimist hatte einen mürrischen Realisten getroffen.
Irgendwann lud Kowalsky mich zu einem
Rundflug über die Mark Brandenburg ein und obwohl er von sich
behauptete, ein katastrophaler, chaotischer Pilot zu sein, hatte
ich das Gefühl, dass ich noch nie so sicher geflogen war.
Was abstürzte, war 2000 die Börse.
Kowalsky blieb ungerührt und gab mir einen Artikel, in dem er
satirisch und mit bissiger Ironie schrieb, die Aktie der
Deutschen Telekom wäre »nichts wert«. Aber der Staat hätte ja
sein Ziel erreicht und auf Kosten der Sparer seine löchrigen
Taschen gefüllt. Damals notierte der Kurs über 65 Euro und ich
konnte nur den Kopf schütteln. Hatte ich doch von allen Seiten
die rosigen Perspektiven gehört, mit denen man die
Liberalisierung am Telekommunikationsmarkt verband.
2002 hatte ich verstanden, dass sich
wohl meine Sicht der Dinge und erfolgreiche Börsengeschäfte
schlecht vertrugen. Die besagte Aktie notierte irgendwo bei neun
Euro.
Irgendwann trafen wir uns wieder einmal
zum Essen. Ich erzählte ihm ein paar Neuigkeiten, war wie immer
voller Zuversicht und quälte ihm ein schräges Lächeln ab. Als
ich ihn fragte, in welche Aktien ich seiner Meinung investieren
solle, verschwand das Lächeln sofort wieder. Schneidend scharf
schoss es aus ihm heraus: »Archangeli, lassen Sie die Finger von
der Börse!«
»Nein, nein«, winkte ich ab, »ich würde
nur auf Ihre Empfehlung kaufen. Sie sind der Profi!«
»Quatsch!«, murrte er und stieß sein
Steakmesser in das servierte Fleisch, »es gibt keine Profis an
der Börse. Es gibt Schmarotzer, Idioten, Dummköpfe und
Schweinehälftenträger.«
»Und was sind Sie?«
»Ich bin ein Spekulant«, sagte er mit
vollem Mund, »ich habe mit 18 Jahren meinen ersten Mercedes
gekauft. Er war für 1.000 DM inseriert und ich ging jeden Tag
vorbei und fragte, ob es sich der Verkäufer überlegt hätte. Nach
einem Monat hatte ich das Auto...«
»Warum nicht sofort?«, verstand ich
nicht.
»Weil ich es für 300 haben wollte.«
»Und so weit konnten Sie den Verkäufer
herunter handeln?«, fragte ich ungläubig.
Kowalsky schüttelte den Kopf. »Ich habe
überhaupt nicht gehandelt. Ich sagte nur immer meine
Preisvorstellung und wartete ab. Nach einem Monat war er mürbe
und ging auf 600 runter. Irgendwo glaubte der Verkäufer, dass es
fair wäre, sich zwischen seinen 1.000 und meinen 300 auf 600 zu
einigen. Für 500 war der Wagen dann mein. So entstehen Werte und
Preise. Im Kopf, wohlgemerkt. Mit der Mercedes-Limousine hatte
das nicht das Geringste zu tun. Und das ist Börse. Nach einem
Jahr verkaufte ich den Wagen wieder. Und zwar für die Tausend,
die er ursprünglich kosten sollte. Das ist auch Börse.
Obwohl ich meinem Herrn Vater damals
2.000 DM aus den Rippen geschnitten hatte, hatte ich das sofort
vergessen. Auch das ist Börse. Glauben Sie nie, etwas haben zu
müssen, nur weil Sie es sich zufällig leisten können.«
An der richtigen Börse fing Kowalsky
mit 23 zu spekulieren an. Seine erste »Aktien« waren
Verkaufsoptionen. Und als diese Spekulation aufging, kaufte er
mit dem Profit 30 gebrauchte Farbfernsehgeräte.
»Das waren damals diese dicken Dinger
aus der ersten oder zweiten Generation«, erzählte er mir. »Der
Ladenbesitzer hatte alle fein säuberlich in seinem Geschäft
präsentiert. Das eine Gerät kostete gebraucht 290, das zweite
330 usw. Ich betrat den Laden und fragte den misstrauischen
Mann, warum die ganzen Dinger unterschiedliche Preise hätten.
Er lachte und meinte, es wären ja auch
unterschiedliche Geräte. Nach einer halben Stunde war ich mit
ihm einig und kaufte ihm alle Geräte für 9.000 ab. Meine
Bedingung war, dass ich die Fernseher noch zwei Tage im Laden
stehen lassen durfte. Das war für ihn ja von Vorteil, denn sonst
hätten die Kunden nur noch die leeren Regal bestaunen können.
Dann fuhr ich nach Hause, telefonierte alle, die ich irgendwoher
kannte, an und bot ihnen tolle, fast neue Fernsehgeräte zum
Superschnäppchenpreis von 600 DM an. So eine Gelegenheit wollte
sich niemand entgehen lassen, denn ich gab noch ein Jahr
Garantie darauf.
Auch das ist Börse. Nur, Archangeli,
mit dem Unterschied, dass Sie bei Waren Ihre eigene Geschichte
dazu erzählen müssen, um den Dingen den Wert zu geben. An der
Börse erzählen die Geschichten die anderen.«
Das leuchtete mir ein. Nur auf welche
Geschichten sollte man an der Börse hören?
Kowalsky grinste: »So lange sie
Geschichten erzählen, wollen sie alle ihre Papiere verkaufen.
Wenn sie ruhig werden, resignieren, wenn nur noch die Aktien
haben, die nicht aus dem Fenster gesprungen sind; dann haben die
großen Spekulanten, die nicht in der Presse herumgereicht
werden, die Guten im Geschäft die Aktien. Dann müssen Sie
kaufen! Aber nur Papiere von großen, seriösen und gesunden
Unternehmen. Und nur mit Geld, das Sie nicht benötigen. Wenn
also die Bankangestellten die Schweinehälften austragen, dann
ist das ein guter Zeitpunkt.«
»Eigentlich ganz einfach«, sagte ich
damals. Als Kowalsky allerdings auf dem Höhepunkt der letzten
Finanzkrise Bankaktien kaufte und plötzlich wie ein
Honigkuchenpferd strahlte, wusste ich, dass so ein Spekulant
recht einsam war.
»Hundert Prozent«, grinste er schräg,
als wir Redaktionsschluss für dieses Buch hatten, »sind an der
Börse kein großes Problem.«
»Ja, ja«, maulte ich, »drei Jahre habe
ich gebraucht, um Ihnen klar zu machen, dass wir dieses Buch
schreiben sollten. Was denken Sie, wie viele Leute jetzt wieder
ihr Geld verloren haben, weil Typen wie Sie nur schräg grinsen,
anstatt aufzuklären. Jeder zweite, den ich treffe«, schimpfte
ich, »hat sich mit der Börse eine blutige Nase geholt. Weil sich
solche Typen wie Sie entspannt zurücklehnen und weise lächeln.«
»Pah«, machte er, »niemand verliert nur
einen Euro weniger, nur weil wir zwei ein Buch geschrieben
haben. Eine Mischung aus Gier, Neid, falscher Beratung und
Wunderglauben ist eben schlecht für die eigene
Vermögensbildung.« Dann grinste er unverschämt und murmelte kaum
verständlich: »Ein eigenes Flugzeug und ein dicker Sportwagen
aber auch.«
Ich lachte: »Im Buch klingt das aber
anders. Erzählen Sie wenigstens noch die Geschichte mit dem
Schweinehälftenträger.«
»Tja, die Sache fing eigentlich so an,
dass mir mein Herr Vater am Frühstückstisch irgendwann erklärt
hatte, dass es Leute geben würde, die ihr Geld nur mit den
»kleinen Zahlen aus der Zeitung« verdienten. Dabei hatte er mit
dem Finger auf den Börsenspiegel in der Tageszeitung gezeigt und
war etwas desorientiert darüber gefahren. Und derartige
Unschärfen prägen kleine Jungs viel stärker als jede Ermahnung,
tüchtig, fleißig, pünktlich und was weiß ich zu sein.
Als ich 23 war, starb mein Herr Papa
überraschend. Und immer, wenn ich diesen Bankangestellten in
meiner Bank unter dem Schild Wertpapierberatung sah, fielen mir
Vaters »kleine Zahlen« wieder ein. Während ich morgens um 11 Uhr
im Café saß, hatte der Bankmensch schon zwei Stunden gearbeitet.
Also war mir klar, vom Börsenspiegel lesen konnte der nicht
leben. Ich auch nicht. Aber ich war ja auch noch »Student«.
Hätte allerdings Mutter gewusst, was der Junge so trieb, hätte
sie sicher unangenehme Fragen gestellt.
Da saß ich also im Caféhaus, las den
Börsenspiegel vom Vortag, fühlte mich wichtig und war der
Überzeugung, dass ich das System hinter den »kleinen Zahlen« zu
meinen Gunsten irgendwann nutzen konnte.
Eines Morgens, die Bedienung hatte mir
eben die Rühreier mit Schinken gebracht, lud einer vor dem Café
Schweinehälften von einem Lastwagen. »Das arme Schwein«, dachte
ich noch, ohne mich bewusst entschieden zu haben, ob ich damit
die tote Sau oder den Arbeiter meinte. Letzterer lächelte etwas
verlegen, nickte mir zu und grüßte, soweit das unter der Last
des halben Tieres möglich war. Jetzt erst erkannte ich ihn: Es
war der Bankmensch, den ich an seinem Schreibtisch unter dem
Schild »Wertpapierberatung«[1]
wähnte.
Es ist unwichtig, warum dieser Mann
gerade diese Entscheidung getroffen hatte oder treffen musste.
Jedenfalls hatte ich mein Geld nicht auf den Rat eines
Schweinehälftenträgers angelegt. Denn das Geschäft mit den
Verkaufsoptionen war auf meinem Mist gewachsen.
Und jetzt denken Sie einmal darüber
nach, auf welchen Rat Sie sich angewiesen fühlen und ob Sie
einem Ratgeber auch dann noch Glauben schenken, arbeitete er mit
einer Gummischürze auf dem Schlachthof.«
*
So
war das, liebe Leserinnen und Leser. Mein Co-Autor wollte nicht
mit Bild auf das Buch-Cover. Er meinte, irgendwo schaute der
kleine Gauner aus dem eigenen Spiegel zurück, ginge es um den
eigenen Vorteil. Man möchte sich nicht auf Autoren
konzentrieren, sondern auf Inhalte. Steuerfreie, maximale
Rendite ohne Risiko wäre das klammheimliche Ziel der Anleger.
Kollabierten alsbald derartige Ziele am immanenten Widerspruch,
reagierten alle mit Empörung.
Hätte man damals den Träger des
Bundesverdienstkreuzes Klaus Zumwinkel vor seinem Haus
standrechtlich ans Kreuz geschlagen, das Volk wäre in seiner
Selbstgerechtigkeit aus dem Feiern nicht mehr herausgekommen.
Über so viel »Gerechtigkeit« freute sich der Finanzminister und
dabei ging vollkommen unter, dass die ganze Angelegenheit
rechtsstaatlich zumindest fragwürdig war.
Derartige Sorgen haben allerdings die
Wenigsten. Die Bankhäuser im Fürstentum Liechtenstein rümpfen
bei Vermögen unter 500.000 ihr arrogantes Näschen. Ist man
dennoch Kunde, machen die Vermögensberater allerdings keinen
Unterschied zwischen relativ arm und relativ reich. Die dortigen
Vermögensverwalter sorgen mit beständiger Regelmäßigkeit für
Kapitalrenditen unter Null. So mancher hätte da sein Geld hier
(steuerfrei) auch selbst verzocken können.
Wären Wunderdenken, Wahn und
Aberglauben so offensichtlich wie der Schimmel unterm Fenster im
neuen Eigenheim, man würde schreien, bis der Arzt kommt. So aber
hat jeder ein System, reich zu werden, das nicht funktioniert.
Ob in Liechtenstein mit einigen Millionen oder in Deutschland
mit Hunderttausend auf der Bank ist dabei einerlei.
Denn es ist ja klar: Der Millionär
fühlt sich in Deutschland ebenso ungerecht behandelt wie der
Sozialhilfeempfänger. Es ist wie im Kindergarten: »Das ist aber
ungerecht! Ich möchte auch vom Klettergerüst fallen und ins
Krankhaus kommen.«
Wer sich z. B. über 25 Prozent
Kapitalrendite beschwert, sollte zuerst wissen, wie eine Bilanz
funktioniert und wie sich Kapitalrendite berechnet. Aber das
Unterrichtsfach Ökonomie fehlt in den Schulplänen. Und
Lehrkräfte, die mehr wissen als Sozialromantik für
Kubatouristen, könnten auch nicht schaden.
Würde man den finanziellen
Analphabetismus in diesem Land eindämmen, würden sich auch die
spekulativen Fähigkeiten der Leute verbessern. So aber lehnt man
Spekulation ab, legt Geld irgendwie an, spart und krampft, wird
krank und bald darauf begraben. Das lebensgefährliche Leben ist
nämlich bereits die größte Spekulation, die jeder von uns mit
seinem nächsten Plan eingeht. Ist man also bereits in
Spekulationen verstrickt, sollte man die finanziellen
Angelegenheiten auch selbst in die Hand nehmen. Das Arbeiten
nimmt einem ja auch niemand ab.
In die Hand nehmen heißt aber nicht:
»Ich möchte auch mal probieren«. In die Hand nehmen bedeutet,
sich begrifflich und methodisch die nötige Klarheit zu
verschaffen. Nur so kann man das eigene Wunderdenken, die
eigene und fremde Manipulation eindämmen. Vieles ist so oder
so. »Wahr« ist fast alles. Entscheidend ist stets: was nicht
stimmt! Was nicht sein kann. Der Nutzen von oberflächlichen
Tipps und gut gemeinten Ratschlägen ist nämlich begrenzt. Die
Schweinehälftenträger dieser Welt fühlen sich nicht angesprochen
und die Rattenfänger modifizieren lediglich ihre Strategien. Und
wie immer triefen die zahlreichen »Opfer« des Börsen- und
Kapitalmarktgeschäfts vor Selbstmitleid.
Die Folge Täter, Opfer, Helfer ist
nämlich so banal wie falsch. Nur am Schluss der sich
wiederholenden Dramen, wenn das Geld weg ist, die Banken jede
Schuld von sich weisen, die Ratgeber vorgeben, missverstanden
worden zu sein, ist immer allen klar, dass die Verlierer auch
die Opfer sind. Und der sensationsträchtige Medienzirkus stürzt
sich auf »Emma, P. aus W.« und lässt sie erzählen, wie sie
krank, bescheiden und hilflos ihre mühsam vom Mund abgesparten
Groschen dem niederträchtigen Berater der Bank anvertraut hatte,
weil sie etwas mehr Rendite haben wollte, als auf dem
Kapitalmarkt üblich ist. So einfach kann Leben sein, will man
nichts dazulernen.
Komplizierter werden die Sachverhalte,
würde man die blutigen Nasen fragen, wo sie denn gewesen sind,
als die »Superschnäppchen« wie sauer Bier angeboten wurden.
»Na, ja«, würden sie erzählen, »ich war da zuerst sehr
skeptisch, aber dann...«
Und immer hat ein anderer gesagt,
versichert oder versprochen. Da es um das eigene Geld ging,
hätte man ja selbst das eigene Gehirn bemühen können. Und hätte
man auf dem Umweg des Überlegens festgestellt, dass man nicht
weiß, was z. B. eine Schuldverschreibung ist, dass man nicht
versteht, warum Börsenkurse steigen und fallen. Dass man sich
nie überlegt hat, wer denn kauft, wenn angeblich »alle«
verkaufen und wer verkauft, wenn »alle« kaufen. Dann wäre man
keinen Schritt weitergekommen. Na und?! Es ist keine Schande,
nicht zu wissen wie Börse und Kapitalmarkt funktionieren, man
muss es auch niemand erzählen, man muss es sich nur merken.
Und bereits diese bescheidene
Gedächtnisleistung, sich zu merken, was man nicht weiß, nicht zu
machen, was man nicht kann, ersparte einem das persönliche
Desaster und das Mitleid.
Faule Hunde kontrollieren die räudigen
Füchse
bei der Jagd nach dummen Hühnern
Darum, so wenden Politiker und
Verbraucherschützer ein, lassen sich die Leute ja beraten. Das
mag schon sein. Jede Beratung, jede Belehrung begrenzt sich aber
am Vermögen des Ratgebers und am Verstehen des Ratsuchenden. Es
spielt keine Rolle, ob man z. B. das Wort »Risiko« in einer
Beratung mit »ja, ja« quittiert. Verstanden hat man den Begriff
erst, wenn man weiß, wie Risiken berechnet werden und wie das
einzelne Risiko mit dem persönlichen Leben referiert.
Davon sind die Leute aber weit
entfernt. Und nach zahlreichen Gesprächen mit Bankern,
Fondsmanagern, Anlageberatern und Vermögensverwaltern weiß ich,
dass diese Herrschaften meist über die Dinge schwatzen, die sie
selbst in letzter Konsequenz nicht verstanden haben. Die globale
Finanzkrise ist der beste Beweis dafür, was dabei herauskommt,
kontrollieren faule Hunde die räudigen Füchse bei der Jagd nach
dummen Hühnern. Wir kommen in diesem Buch darauf zurück.
Als mir eines Tages ein junger
Bankangestellter im billigen Anzug erzählen wollte, dass die
relativ hohe Ordergebühr der Bank damit gerechtfertigt wäre,
weil ich bei seiner Bank eben auch Beratung in Anspruch nehmen
könnte, fragte ich erschrocken zurück: »Wollen Sie mir drohen?«
Die direkte Art meines Partners wirkt
Wunder!
*
Betrachten
Sie, liebe Leserinnen und Leser, in Konsequenz dieser Episode
auch unsere Ausführungen als eine Drohung. Per se steht es dem
Angestellten der Bank nämlich nicht auf die Stirn geschrieben,
wie viele Bretter seine Sicht behindern. Per se können auch wir
Ihnen viel erzählen. Es nutzt Ihnen auch nichts, legen wir hier
unsere Vermögensverhältnisse offen und prahlen mit akademischem
Sachverstand. Es verführt Sie nur dazu, Ihren Verstand von dem
einen Garderobehaken an den anderen zu hängen. Zudem gibt es
sowohl dumme Akademiker wie vermögende Schwachköpfe.
Aber selbstverständlich wünschen wir
Ihnen gute Unterhaltung und von Herzen alles Gute.
Die
Schilder »Wertpapier-/Anlageberatung« wurden später überall
entfernt. Wer nicht anpreist, dass er berät, hat im Zweifel
lediglich Kundenwünsche erfüllt.
Auszug aus: Gerald Archangeli, Kurt Kowalsky:
Börsenstrategien zwischen Wunder, Wahn & Aberglauben
©2010, 256 Seiten. - broschiert - 14,7 x 20,8 cm
ISBN-13: 978-3-926396-60-0
ISBN-10: 3-926396-60-1
17,90 Euro
- alle Rechte vorbehalten - |