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Holzinger Verlag, Berlin

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»Der Gierfaktor«

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Der Gierfaktor, Agentenroman von H. Eichenberger

Der letzte, und wie viele meinen, der beste Roman in der dreiteiligen Agentenserie von Heinrich Eichenberger. Der Schweizer demaskiert die Geldwäscher und Steuerhinterzieher und deren Fluchtburgen, die Banken.

 

Rezension

 

 

 Heinrich Eichenberger/
Kurt Kowalsky:
Der Gier-Faktor: Ein neuer Fall für Sir Alec - Agentenroman -
Ill. Robin Schäfer
©2010, 302 Seiten. -
broschiert 21x14,3 cm
 

ISBN-10: 3926396733
ISBN-13: 978-3-926396-73-0
 

19,00 Euro

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»Der Gierfaktor«

 

»Hören Sie Merveilleux«, lässt Eichenberger einen seiner Agenten sagen, »es darf nun nicht mehr viel passieren, meine Geduld ist bereits aufgebraucht. Sonst geht Ihre Hausdame gefesselt und geknebelt ins Bett und wir zwei gehen in den Keller, damit man den Schuss nicht hört, wenn ich Ihnen ins Knie schieße. Wir sind hier nicht im Zirkus, Sie Arschloch, Sie dummes.«

Geduld war noch nie die Stärke des Agenten Richard, der vom MI6 beauftragt worden ist, einer Erpresserbande zum Nachteil eines libanesischen Bankhauses, das Handwerk zu legen. Wie der Autor selbst, misstraut auch sein Agent dem eigenen Dienst. Dazu war man zu lange beim Geheimdienst tätig, als dass man ihm nicht jedes doppelte Spiel zutraute.

Den Führungsoffizier darauf angesprochen entrüstet sich dieser: »Sie verdächtigen doch nicht Ihren Förderer und Gönner des falschen Spiels? Wir arbeiten hier mit offenem Visier und besonders ich habe kein Interesse, unnötig Ressourcen zu verschwenden...«

‚Wer weiß’, dachte Richard trotzig.

»Nein, nein, nein«, wehrte sich Sir Alec, »wenn Frangié fertig gemacht werden soll, dann ist das ein anderer Auftrag, eine andere Operation. Auch die USA würden mit der Nationalgarde ihre Todeskandidaten verteidigen, wollte sie jemand vor dem eigentlichen Hinrichtungstermin liquidieren. Wir erlauben uns die Freiheit, immer noch selbst zu bestimmen, wer, wann gehenkt wird und wer uns lebend bessere Dienste leistet... ich erwarte gute Arbeit und bedingungslose Loyalität.«

Doch bis zu dieser Stelle im 302 Seiten starken Roman, kann die Leser bereits nichts mehr schrecken. Sie wissen, Eichenberger macht Geheimdienstarbeit nachvollziehbar. Der Autor geht in seiner detaillierten Beschreibung der Personen, Orte und Interna der Geldwäsche und Steuerhinterziehung so weit, dass der Leser keinen Roman mehr liest, sondern sich der unerbittlichen Wirklichkeit ausgesetzt sieht.

Und die Wirklichkeit ist vielschichtig. Die »bösen« Steuerhinterzieher sind nur aus der Perspektive der betroffenen Staaten die Täter.

Folgender Auszug aus dem Buch macht die Situation deutlich:

»Na, lief doch gut. Da habt ihr der deutschen Steuerfahndung wohl ein Schnippchen geschlagen«, kommentierte der ehemalige Kriminalpolizist die Geschichte. »Es ist immer so, wer den besseren Berater hat...«

»...kommt mit ihm um«, unterbrach Richard. »Ich denke, dass dieser Peterson und viele andere, die ihr Geld in Steuerparadiese verschoben haben, Opfer einer gravierenden Falschberatung sind. Die Verursacher sitzen meiner Meinung nach hier in Deutschland. Es sind Banker, welche die Kunden zu ihrer ausländischen Niederlassung schicken und es sind gewisse Steuerberater, die da in der Brühe mitrühren und später von nichts gewusst haben. Ist das Geld erst in der Verwaltung der ausländischen Bank, mein Lieber, ist es nämlich in der Regel dem Zugriff des Steuerflüchtlings entzogen. Was durch Missmanagement nicht vernichtet wird, wird von Spesen, Provisionen und Depotgebühren aufgefressen. Hätte dieser Frankfurter eine Industrieanleihe gekauft, wäre er trotz Steuern heute ein glücklicher Mensch. So aber ist ein Großteil seines Geldes verbrannt, der Job ist in Gefahr und ein Strafverfahren ist auch noch anhängig.« (Ende des Auszugs.)

»Ihr Roman hätte Klaus Zumwinkel lesen sollen«, schrieb uns eine Leserin, »da wäre ihm einiges erspart geblieben...«

Das war allerdings schlecht möglich. Eichenberger und Kowalsky (Co-Autor) fingen erst zu schreiben an, als man den Träger des Bundesverdienstkreuzes in Deutschland bereits öffentlich an den Pranger gestellt hatte. Dementsprechend kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Geschichte versteckt mehr Insider-Informationen preis gibt, als manchem Steuerfahnder und Staatsanwalt lieb sein kann.

Alles in allem, kommen die Leser jedoch zu dem Schluss, dass sogar horrende Steuersätze geradezu eine Wohltat sind, denn: Verluste machen ist steuerfrei. Und für Verluste in Reputation und Vermögen sorgen die Vermögensverwalter professionell.

Stefan L. Bornemann

 

 

 

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