»Die Hölle sind die anderen.«
(Jean Paul Sartre)
Als ich 47 Jahre alt und an der Parkinson’schen
Krankheit erkrankt war, wurde ich von meinem Mann verlassen. Meine beiden
Kinder waren schon aus dem Haus, die Welt schien sich bei dem Gedanken
aufzulösen, nun in Zukunft mit der Krankheit allein leben zu müssen.
In meiner Not gab ich eine Annonce in einer Tageszeitung auf, um jemanden kennen zu lernen. Von vielen Briefen gefiel
mir einer besonders und ich verabredete mich mit diesem Mann. Meine
Enttäuschung war groß, als er mich zunächst versetzte. Doch einige Tage
später klingelte es an der Haustür und er stand einfach da: Klaus! Er trat
durch die Haustür in mein Leben ein, so elementar und selbstverständlich,
als hätte ich immer auf ihn gewartet. Eine wundervolle Zeit begann, ich
fühlte mich wie im Märchen.
Klaus studierte alles über die Parkinson’sche
Krankheit, saß manchmal bis in die frühen Morgenstunden am Schreibtisch,
um etwas zu finden, was mir helfen könnte. Wir probierten vieles aus, und
tatsächlich trat zunächst eine geringfügige Besserung ein. Sein Optimismus
und die große Hilfe erweckten meine Lebensgeister. Nach einem Jahr intensiver Suche fand Klaus schließlich
einen Professor, der sich mit einer Methode beschäftigt, die die
Parkinson-Krankheit in hohem Maße mittels Apomorphin einzudämmen
versprach.
Der Professor nahm sich meiner an und das Wunder geschah. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der
Apomorphinbehandlung ging es mir schnell immer besser und bald schon
konnte ich mich beinahe wieder wie ein gesunder Mensch bewegen. Es war
eine wundervolle Zeit. Als ich dann meine Geschichte zum ersten Mal zu Papier
brachte, waren zwei Jahre verstrichen. Heute, über zwölf Jahre danach,
traten neue Komplikationen auf. Die im Buch beschriebene
Apomorphinbehandlung musste abgesetzt werden. Kein Medikament ist eben
ohne Nebenwirkungen und auch die beste Krankheit ist von Übel. Was bleibt,
ist unsere Liebe und die Tatsache, dass sie wahre Wunder vollbringen kann.